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Die lange Geschichte des CHITETEZO MBAULA in Chingalire

2011 Auf der Suche nach Alternativen zu den traditionellen, klima- und gesundheitsschädigenden Drei-Steine-Kochweisen besuchten Silvia Hesse und Ben Michael Mankhamba einen deutschen Entwicklungshelfer, der südlich von Blantyre lebt und einen größeren energieeffizienteren Ofen hergestellt hatte. Dieser selbst hergestellte Ofen verbrauchte weniger Holz, war energieeffizienter und verursachte weniger Qualm. Gemeinsam verabredeten sie, dass er nach Chingalire kommt, um einen solchen Ofen vor Ort auf zu bauen. Leider hat er sein Versprechen bisher nicht eingehalten.

 

2012 nahmen Ben Michael Mankhamba und Silvia Hesse Kontakt mit Conor Fox aus Irland, dem Mitbegründer der irischen Organisation Hestian in Malawi auf. Seine Organisation widmete sich Projekten, die zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen während des Kochens dienen. Von ihm erfuhren sie, dass es Überlegungen gab, die Öfen auch als ein Proiekt für die CO2 Kompensation anzubieten. Der Versuch so etwas in Kooperation mit Hannover umzusetzen, scheiterte jedoch aufgrund widriger Rahmenbedingungen und den Bedenken, dass die Öfen nicht von „den Afrikanerinnen" angenommen werden würden.

 

2013 nahm Silvia Hesse Kontakt zu Christa Roth, einer Expertin für Ernährungs- und Treibstoffsicherheit, Synergie von Nahrungs- und Treibstoffpflanzen, Integrierte Nahrungs-und Energiesysteme IFES, Anpassung von Ofenkonzepten an lokale Brennstoffe und Nutzerbedürfnisse und Mikrovergaserkochherde auf. Sie hat elf Jahre für die GIZ in Malawi gearbeitet und war für die Themen Ernährungssicherheit, Haushaltsenergiesicherheit und Biomasse-Energieeinsparung und klimaschonende Landwirtschaft beratend tätig. Sie betonte, dass jedes Land seine eigene Kochkultur und Herausforderungen hat, die genau geprüft werden müssen, bevor Alternativen entwickelt und erfolgreich angeboten werden können. Evaluationen hatten ergeben, dass der CHITETEZO MBAULA für Malawi die Alternative zu der drei-Steine-Kochweise und zu den Öfen, die nur mit Holzkohle befeuert werden können, ist. Sie berichtete von ihren Erfahrungen und stellte den Kontakt zu malawischen Expert*innen her. Für die Durchführung der Workshops etc. empfahl sie Doreen Phawandaphwanda, die durch die GIZ qualifiziert wurde, Frauen darin zu schulen, Mbaulas selbst herzustellen und zu vermarkten.

 

2014 entdeckte Silvia Hesse zum ersten Mal einen CHITETEZO MBAULA in einem Geschäft in Lilongwe. Sie kaufte einen Ofen und schenkte ihn Donata Mankhamba, der Mutter des Chiefs. Sie wollte ihn testen und später berichten. Als ein paar Tage später die Solaranlage* für das Bildungs- und Kulturhaus in Chingalire installiert wurde, kamen viele dazu, um das „erste - durch Sonne erzeugte - Licht" im Dorf zu erleben. Eine gute Gelegenheit, um auch über regenerativen Energien, Klimaschutz und über den CHITETEZO MBAULA zu sprechen.

 

Dazu lud Donata Mankhamba die Frauen im Dorf zu einem gemeinsamen Treffen mit Silvia Hesse ein. Zunächst waren die Frauen schüchtern und eher skeptisch. Die Mutter berichtete ausführlich von ihren Erfahrungen mit dem kleinen energieeffizienten und gesundheitsschonenden Ofen und weckte ihr Interesse, auch einen Ofen zu testen. Leider konnten in Lilongwe nur noch 14 Öfen gekauft werden, die den Frauen in einem gemeinsamen Treffen überreicht werden konnten. Die Rückmeldungen waren so positiv, dass die Frauen mit Silvia Hesse verabredeten, dass sie einen Antrag stellte, der ihnen ermöglichen sollte, selbst solche Öfen für sich, aber auch für ihre Community herzustellen.

 

Durch den Verkauf der Öfen erhofften sie sich eine zusätzliche Einnahmequelle, die ihre Lebenssituation verbessert und sie schließlich auch unabhängiger von ihren Männern macht.

 

2015 Auf dem Charcoal Forum vom 16.-17 September 2015 in Lilongwe wurde vom Ministry of Natural Resources, Energy and Mining Malawi sehr ausführlich dargestellt, wie dramatisch die Situation der Abholzung in Malawi ist. Auch der feuerholzsparende transportable Ofen „CHITETEZO MBAULA " wurde als eine Alternative vorgestellt. Vom Department of Forestry wurden diese Ofenbaumaßnahmen besonders hervorgehoben. Konnten aber wegen der finanziell begrenzten Ressourcen bisher nur in das Food Security Programm IPSP in Mulanje integriert werden. Silvia Hesse nahm an der Konferenz teil und konnte vor Ort Christa Roth, Conor Fox und andere Experten treffen. Alle bedauerten, dass obwohl der dringende Bedarf für derartige Öfen überall im Land bestand, es keine Werbung oder Unterstützung durch die Regierung gab. - Dies sollte sich nun zumindest regional durch das Bingo Projekt ändern.

 

2016 fand der Workshop unter Leitung von Doreen Phawandaphwanda in Chingalire statt und die Frauen stellten mit viel Begeisterung und Energie über 1000 Öfen her. Als Silvia Hesse mit dem Fotografen und Förster Ralf Waselowsky nach Chingalire kam, demonstrierten die Frauen sehr eindrucksvoll die einzelnen Schritte der Produktion und am 19. September präsentierten sie vor mehreren hundert Menschen am Beispiel eines Theaterstückes ihre Öfen. Mit der von Doreen Phawandaphwanda vorgeschlagenen Vermarktung waren sie nicht einverstanden. Sie wollten ihren eigenen Weg gehen, um mehr zu verdienen. Dies gelang zunächst nicht. (siehe Projektbericht).

 

2017 wurden im Rahmen des Bingo Projektes verschiedene Informationsveranstaltungen und Aktivitäten von unterschiedlichen Akteuren wie der Jugendorganisation Youth for Sustainable Development YSD in Chingalire und Umgebung sowie in Lilongwe durchgeführt, um die CHITETEZO MBAULA in der Region und in den umliegenden Dörfern bekannter zu machen. (vgl. Projektbericht). Auch der Lehrer Ralf Pepmeyer führte Workshops und Malaktionen zum Klimaschutz durch, um das Bewusstsein zu schärfen und den Mbaula bekannter zu machen. Schließlich konnte der Chief die Frauen doch noch überzeugen, sich dem Netzwerk zur Vermarktung der Mbaula anzuschließen.

 

2018 fuhr eine 22-köpfige Delegation aus Hannover nach Malawi. Die Reise fand anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft statt. Die Reise wurde von Silvia Hesse organisiert. Die Gruppe besuchte auch Chingalire und war tief beeindruckt von den selbstbewussten Frauen, die voller Stolz das Ofenprojekt vorstellten. Fast alle Öfen wurden inzwischen abgeholt. Übrig blieben einige wenige, die nicht sorgfältig genug hergestellt wurden. - Inzwischen wurde mehr Frauen klar, dass sie durch das Projekt auch ein Stück Unabhängigkeit von ihren Männern gewonnen haben, die sie nicht immer gut behandeln. 
 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mi, 19. August 2015

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