Tanz als Brücke zwischen Kulturen
Wir freuen uns, dass wir Julius Pounded aus Blantyre (Malawi) wieder in Hannover begrüßen dürfen. Bereits 2019 war er hier zu Gast und nahm an den Workshops der Ostertanztage teil. Damals lernte er unermüdlich - er tanzte, bis seine Füße und Knie schmerzten, denn er wollte nichts verpassen. Julius wollte einfach nur tanzen, tanzen und tanzen.
Nach seiner Rückkehr nach Blantyre gab er all seine Erfahrungen an seine Mitschüler*innen weiter. Julius, ein ehemaliger Schüler der Jacaranda-Schule, entwickelte sich zu einem der wichtigsten jungen Tänzer Malawis. Während seines Aufenthalts in Hannover vermittelte er den Teilnehmenden die Energie und Leidenschaft des afrikanischen Tanzes. Er sagt dazu: „Tanzen ist für mich eine Verbindung zwischen Körper, Geist und Emotionen. Es ist eine Sprache, die alle verbindet.“
Heute lehrt Julius in seinen Workshops nicht nur die grundlegenden Schritte des Afro-Tanzes, sondern auch, wie man sich frei ausdrückt und die eigene Kreativität in den Tanz einfließen lässt. Für ihn ist Tanzen weit mehr als reine Bewegung: „Es geht darum, mit dem ganzen Körper zu fühlen und die Musik wirklich zu leben.“

Julius unterrichtet verschiedene Altersgruppen, von Kindern bis zu Erwachsenen, und zeigt ihnen, wie man mit voller Hingabe tanzt. Seine Performance im Opernhaus war für Julius ein ganz besonderes Erlebnis. „Ich gab alles, was ich hatte. Das Publikum hat mich inspiriert, noch mehr Energie zu geben.“ Für ihn war es eine Gelegenheit, seine Kultur zu teilen und zu zeigen, wie kraftvoll afrikanischer Tanz sein kann. Die Verbindung zwischen Tänzer und Publikum sowie das gemeinsame Erleben auf der Bühne haben ihn tief bewegt.
Julius schätzt Deutschland sehr für die vielfältigen Möglichkeiten im Tanzbereich: „Hier gibt es viele Orte, an denen Tänzer ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können. Man kann seine Kunst präsentieren und sich ständig verbessern.“ Besonders beeindruckt ihn die Art, wie Menschen hier durch Tanz Geschichten erzählen: „Sie tanzen mit Herzblut - das macht den Unterschied.“
Zum Abschluss spricht Julius über seine Zukunftspläne: „Mein nächstes Ziel ist es, das Gelernte hier in Deutschland mit nach Hause zu nehmen und mit jungen Leuten zu teilen. Ich möchte ihnen zeigen, dass durch Tanzen Veränderungen möglich sind.“ Er träumt davon, eines Tages ein eigenes Studio zu gründen: „Dort möchte ich Workshops anbieten und von anderen lernen - durch Tanzen wollen wir Gemeinschaft schaffen.“ Für Julius ist Tanzen nicht nur eine Leidenschaft, sondern auch eine Brücke zwischen Kulturen, Generationen und Menschen. Mit seiner Begeisterung hofft er, sein Talent weiterzuentwickeln und durch den Tanz positive Veränderungen in seinem Leben und in seiner Gemeinschaft zu bewirken.
Das Projekt wurde vom Kulturbüro der Stadt Hannover gefördert.
Text: Regina Fakhrutdinova
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