Ecolodgy in Blantyre-Chigumula

Silvia Hesse Allgemein

Die Ecolodgy ist eine nachhaltige Lodge, deren Gebäudestrukturen aus Stahlbetonskelett, Lehmzementblöcken und Naturstein bestehen.

Immer wieder werden Häuser und Ernten durch Stürme oder Überschwemmung in Malawi zerstört. Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Initiativen, die die aktuelle Bauweise und die extensive Landwirtschaft in Frage stellen und nach Alternativen suchen. Üblicherweise werden Gebäude in Malawi aus traditionell gebrannten Tonziegeln errichtet. Diese Methode verbraucht aber sehr viel Brennholz und führt so auch zu den massiven Fällungen von Bäumen. Es sollen nachhaltige Vorbilder geschaffen werden, die das Bewusstsein schärfen und sich an Tradition und Kultur in Malawi orientieren. Es wird dabei auf altes bewährtes Wissen und traditionelle Techniken zurückgegriffen und mit modernen und aktuellen technischen und ökologischen Erkenntnissen ergänzt.

EcoLODGy ist ein Eco-Lodge mit Permakultur-Landwirtschaft an der Stadtgrenze von Blantyre, in Richtung Thyolo. Ein Ort, der an das Energie- und Umweltzentrum in Eldagsen/Region Hannover erinnert. Das Projekt wurde von Martina Kunert gegründet. Sie engagiert sich nun seit mehr als 10 Jahren als freie Projektberaterin im Bereich Umweltschutz und Landwirtschaft in Malawi. Ein besonderes Anliegen ist für sie der Klimaschutz und der Einsatz regenerativer Energien. Seit Jahren tauscht sie sich mit anderen malawischen und internationalen Expert*Innen zu diesem Thema aus.
Drei Ferienhäuser und ein Rundhaus werden in ökologischer Bauweise hergestellt. Daneben gibt es einen überdachten Bereich zur Lehmziegelherstellung, eine Bambuslagerstelle, eine Komposttoilette sowie ein Gewächshaus und Schuppen, die der Gartenbewirtschaftung dienen.

Die Gebäude, Konstruktion und Material

Die Baustelle der Lodge befindet sich im der Straße zugewandten Bereich. Entworfen wurden sie von einer französischstämmigen Architektin, die eine möglichst ressourcenschonende und natürliche Bauweise einsetzte. Die Grundstruktur der Gebäude besteht aus einem Stahlbetonskelett, Lehmzementblöcken, Naturstein sowie einem Dach aus Stahlträgern mit dickem Strohdach, das die Räume darunter kühl hält.

Zum Stand der Besichtigung wurden die großflächigen Fenster verglast, sowie naturbelassener Kalkputz in den Innenwänden aufgetragen. Eine Änderung ihrer Planungen mussten sie während der Bauphase vornehmen. Da die Lehm-Zementblock-Bauweise in Malawi neuartig ist, konnte die Tragfähigkeit vom beauftragten Ingenieurbüro nicht ohne weiteres nachgewiesen werden und wurde durch Stahlbetonstützen verstärkt. Das steigerte den unerwünschten Zementverbrauch, der sowohl teuer ist, als auch ressourcenintensiv hergestellt werden muss.

Das Rundhaus, dessen Volumen einem fast geschlossenen Kreis mit Hof ähnelt, erinnert mit dem pultartigen Strohdach eher an traditionelle malawische Architektur. Entgegen der Ferienhäuser sind hier nach der Fertigstellung zwei „Dorm“-Räume (Hostel) mit Sanitäranlagen und einem Gemeinschaftsraum geplant.
Nach der Fertigstellung werden die Räumlichkeiten zuerst als Rezeption und Seminarraum für Permakultur-Kurse dienen, die Teil des Konzepts von EcoLODGy sind.
Der Lehm für die Baustelle kam wie der verwendete Naturstein direkt vom Grundstück. Es gab mehrere Hügel mit Erden unterschiedlicher Farbe und eine ausgeklügelte Presse, mit der das Lehm-Zement-Gemisch mit viel Kraft in Form gepresst wurde. Für den Pressvorgang werden zwei Personen benötigt und er kann mit einem Dutzend variierender Formen ausgeführt werden, die von rechteckig über quadratisch mit Mulden bis rund für den Pfeilerbau reichen. Die in Malawi einmalige Presse wurde in Indien gefertigt und für dieses Projekt erworben.